Hautpflege für den Hintern: Einmal cremen und rasieren

Besonders Triathleten, die noch nicht so viele Radkilometer gesammelt haben, kennen die Fragen um schützende Hautpflege. Sehr leicht ist die Haut nach kurzer Zeit im Sattelbereich gereizt, wund und rissig. Damit euch das nicht passiert, hier ein paar Tipps zur vorbeugenden Hautpflege fürs liebe Sitzfleisch.

Die Prophylaxe beginnt mit der richtigen Sitzposition auf dem Rad. Idealerweise seid ihr vermessen worden und habt somit die besten Voraussetzungen für schmerzfreies Sitzen. Auch die Wahl des Sattels solltet ihr nicht dem Zufall überlassen. Eine gut gepolsterte Radhose von einem guten Hersteller ist Pflicht. Wettkampfanzüge oder dünne Hosen bieten zu dieser frühen Trainingsphase im Jahr nicht den ausreichenden Schutz vor dem Druck auf die Sitzfläche.

Rasur beugt vor

Eine komplette glatte Rasur auf der Sitzfläche mit einer neuen, guten Klinge und Rasiergel oder –schaum ohne Druck ins Gewebe bietet guten Schutz vor Sitzproblemen. Ganz trocken könnte die Haut durch die Klinge gereizt reagieren. Es gibt jedoch auch Triathleten/innen, die eben auf die komplette Rasur nicht gut reagieren und lieber zwei bis drei Millimeter Haarlänge mit dem Langhaarschneider „stehen“ lassen. Die Gefahr einer Haarbalgentzündung durch Reibung auf dem Sattel zu bekommen, ist jedenfalls ohne Anpassung der „Sitzfrisur“ erheblich.

Auf die Haut solltet ihr dann ein bis zwei Teelöffel Sitzcreme verteilen. Am meisten braucht ihr im Bereich der Sitzbeinhöcker und dem Damm. Fahrt ihr in Aeroposition, dann auf alle Fälle noch weiter Richtung Schambein etwas Creme auftragen. Hierzu verwendet ihr am besten eine gute Sitzcreme extra für Radfahrer oder nach Eigenversuch auch jede andere gute Wundcreme für Babys. Sie haben in aller Regel den besten Schmier- und Haftfaktor, werden vom Polster der Hose gut aufgenommen, so dass auch auf der Sitzfläche Reibungsschutz gegeben ist.

Cremetaktik für Frauen

Damen sollten unbedingt noch eine zusätzliche Creme, die auf der Schleimhaut haften bleibt, anbringen. Sehr leicht kommt es zu schmerzhaften Rissen um die Klitoris und in den Labien Bereichen. Hierfür müsst Ihr eine spezielle Creme benutzen. Schleimhaut haftend, ist zum Beispiel die gute alte Penaten Babywundcreme oder Deumavan „er + sie“ aus der Apotheke. Penaten Creme ist allerdings nach der Radausfahrt beim Duschen mit Vorsicht zu entfernen. Denn die Hafteigenschaften sind hervorragend :-)

Konsequent arbeiten

Wenn Ihr konsequent Hautschutz anbringt, werdet Ihr mit der Haut selbst keine großen Sorgen haben. Auch durch den Druck auf das Gewebe im Sitzbereich selbst kann es zu unangenehmen „Rückmeldungen“ kommen. Dies ist nicht von einer Hautläsion (Läsion = Verletzung), sondern wie bei einem beginnenden Dekubitus (Druckgeschwür) im Gewebe in den tieferen Schichten. Hört gut in Euch rein und fangt langsam an die Ausfahrten zu verlängern.

Ist dann doch passiert, was man zu vermeiden versuchte, empfehlen sich Sitzbäder mit Kamillen- oder Eichenrinden Extrakt. Als Wundpflege könnte man zum Beispiel mit Bepanthen antiseptische Wundcreme pflegen. Eine gute Apotheke kann Euch eingehend beraten. Deckt Euch am besten vor dem Trainingslager entsprechend ein.

Als Trost bleibt, auch nach einem langen Winter gewöhnt sich das Gewebe wieder sehr schnell an die Belastung.

MedizinischesRadfahren

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