Mach Dein Rad triathlontauglich: #1 Lenkeraufsätze

Lenkeraufsätze (Aerobars) sind das wichtigste Zubehör, um ein Rennrad triathlonspezifisch aufzurüsten und signifikant schneller zu fahren - bei gleicher Leistung auf dem Pedal. Aufgrund der starken Gewichtung des Radfahrens im Triathlon drückt sich sich der Mehrwert gleich in mehreren Minuten Zeitgewinn aus. Neben der verbesserten Aerodynamik gibt es eine Reihe weiterer Vorteile, die sich aus dem Anbau eines Triathlonaufsatzes ergeben:

  • verbesserte & komfortablere Sitzhaltung auf längeren Strecken
  • schnell und einfach zu montieren / zu entfernen
  • ermöglicht den Anbau von Trinksystemen am Lenkeraufsatz  

Im Folgenden zeigen wir euch, wie stark sich ein Lenkeraufsatz auf eure Radleistung auswirkt, worauf ihr bei den Systemen unbedingt achten solltet und wie ihr einen Aufsatz in wenigen Schritten selbst an euer Rennrad anbringen könnt.

Aerodynamik - allein gegen den Wind

Der Luftwiderstand macht bis zu 70% des Gesamtwiderstands beim Radfahren aus, d.h. der Fahrer investiert den Großteil seiner Kraft darin, gegen "den Wind" zu arbeiten. Fährt man z.B. 30km/h und es herrscht absolute Windstille, entspricht das 30km/h Gegenwind. Was hinzukommt, ist die Tatsache, dass die Kraft-Geschwindigkeitsfunktion quadratisch ist: das bedeutet dass man viermal so viel Kraft aufbringen müsste, um doppelt so schnell zu fahren. Dementsprechend ist jedes einzelne Km/h jenseits der "30" mit einem deutlichen Mehraufwand in der Wattleistung verbunden.

Bild: Felt Bicycles

Genau hier kommt die Aerodynamik des Gesamtsystems ins Spiel. Zeitfahrräder sind natürlich optimiert auf ein Höchstmaß an Aero-Effizienz: Rahmendesign, Geometrie, Sitzhaltung die spezifische Kraftübertragung in der Aeroposition sorgen dafür, dass man in einem solchen Zeitfahr-Setup im Durchschnitt ca. 3 - 4 km/h schneller ist bei gleicher Leistung als auf dem Rennrad in klassischer Haltung. Den größten Anteil an diesem Mehrwert hat jedoch nicht das Rad, sondern der Fahrer, vor allem seine Sitzhaltung: sie entscheidet darüber, wieviel Angriffsfläche (also Widerstand) der heranströmenden Luft geboten wird.

Das ist der große Vorteil eines Rennrads, das mit Lenkeraufsatz ausgestattet ist: im Vergleich zur klassischen Rennradhaltung reduziert der Fahrer einerseits seine Frontalfläche um 10-15% durch die tiefere Liegeposition. Aerodynamisch sind das Welten!

Fotos: triathlon.de

Andererseits wirkt sich dabei sogar noch mehr die Haltung der Arme auf den Luftstrom aus: die schulterbreite Griffhaltung in der normalen Rennradhaltung (aber auch in der Unterlenkerposition) hält den gesamten Oberkörper als Angriffsfläche für den Wind "offen". Mit Triathlon-Lenkeraufsatz hingegen werden die Ellbogen durch die Auflage in den vor dem Körper aerodynamisch wirksam zusammengeführt. Diese Haltung sorgt dafür, dass der Oberkörper deutlich besser "geschlossen" und der Luftstrom dadurch nun viel besser um den Fahrer herumgeleitet werden kann.

Das bedeutet: auch in der Konfiguration Rennrad mit Lenkeraufsatz hat man signifikante Vorteile gegenüber der reinen Rennradposition und kann bei gleicher Leistung eine größere Geschwindigkeit erzielen (im Durchschnitt ca. 1,5 - 2 km/h), die zusätzlich aufgrund der "entspannteren" Liegehaltung länger aufrecht erhalten werden kann.  

Darauf sollte man bei Triathlonaufsätzen achten

Um diese Haltung jedoch so effizient und angenehm wie möglich zu machen, ist es wichtig, einen Lenkeraufsatz so gut wie möglich auf die individuelle Sitzhaltung anzupassen. Dabei sollte man vor allem auf ein hohes Maß an Einstellbarkeit des Lenkeraufsatzes achten: Lassen sich die Aerobars in der Länge verstellen? Kann man die Armschalen separat für die richtige Auflage der Ellbogen einstellen? Lässt sich die Auflagefläche in der Breite und Höhe verändern? Da jeder Fahrer seine individuelle Grundposition auf dem Rennrad hat und auch Rennräder unterschiedliche Geometrien aufweisen können, sollte auch der Lenkeraufsatz diesen Ansprüchen gerecht werden, um den Mehrwert auch wirklich "erfahren" zu können. Spitzenreiter in dieser Kategorie ist Profile Design - nicht umsonst führt Profile Design seit Jahren die Bestenlisten beim "Kona Bike Count" in Sachen Lenkersysteme & Triathlonzubehör an.

Fotos: triathlon.de

Vor allem für unsere Bike Fitting Experten sind die unzähligen Einstellmöglichkeiten der Profile Design Aerobars sehr wichtig, denn damit kann die Aero-Haltung biomechanisch optimiert und auf die Bedürfnisse des Fahrers eingestellt werden: die Extentions lassen sich in der Länge und Neigung beliebig justieren, die Armpads können in viele verschiedene Positionen gebracht werden und mit sogenannte Bracket Riser können die Aerobars in der Höhe individuell angepasst werden.

Die Profile Design Sonic Ergo Aerobars gibt es in verschiedenen Ausführungen:

Sonic Ergo 35a

Sonic Ergo 4525a

Sonic Ergo 50a

Sonic Ergo T5+


Die gezeigten Aerobars von Profile Design unterscheiden sich in der Biegung der Extentions, die sich auf die Griffhaltung auswirkt. Beim Grad der Biegung gibt es allerdings kein richtige oder falsche Wahl. Hier kommt es lediglich auf die individuelle Vorliebe an.

Profile Design Sonic Ergo 35a

Der Sonic Ergo 35a hat eine 35° Neigung. Dieser Aufsatz ist für Radfahrer die ihre Hand gerne etwas niedriger geneigt haben.


Profile Design Sonic Ergo 50a

Der Sonic Ergo 50a hat eine 50° Neigung. Dieser Aufsatz ist für Radfahrer die ihrer Hand gerne in einer neutralen Stellung haben. Außerdem sind die Griffe etwas gebogen, dadurch liegen die Hände näher beinander ohne die Extentions drehen zu müssen.


Profile Design Sonic Ergo 4525a

Der Sonic Ergo 4525a hat im ersten Abschnitt eine 45° und im zweiten eine 25° Neigung. Das bietet dem Radfahrer zwei Griffmöglichkeiten: Der obere Griff sorgt für eine kompakte sportliche Haltung, während der Fahrer beim greifen des unteren Abschnitts eine etwas entspanntere Haltung einnimmt.


Profile Design Sonic Ergo T5+

Der Sonic Ergo T5+ hat eine 13° Neigung. Dadurch ist eine sehr flache, aerodynamische Griffhaltung möglich.


Armpads

Eine große Stärke der Profile Design Sonic Ergo-Aerobars sind die Armpads. Denn diese können in bis zu 100 verschiedene Positionen gebracht werden. Durch Vertauschen der Seiten oder Drehen der Armlehnen sind ebenfalls sehr kleine Bewegungsschritte möglich was das "Feintuning" angenehm macht.

Bracket Riser

Mit den Bracket Risern kann der Triathlonaufsatz in der Höhe variiert werden, so dass bei zu tiefen Grundhaltungen mehr Komfort erzielt werden kann. Profile Design bietet hier verschiedene Kits an, welche mit allen Profile Design Aeroaufsätzen kompatibel sind. Diese sind als optionales Zubehör erhältlich.

20mm

30mm

40mm

50mm


Lenkeraufsatz montieren - so einfach geht's

Ein großer Vorteil von Triathlonaufsätzen ist, dass man sie in wenigen Handgriffen am Lenker montieren und genau so schnell auch wieder entfernt kann. Die Aerobars können an allen gängigen 31.8mm Lenkermodellen ("Standard-Rennradlenker") befestigt werden. Vorsicht bei Aero-Rennlenkern: einige Rennräder sind zum Teil mit aerodynamisch geformten Rennlenkern ausgestattet. Triathlonaufsätze können aber nur an runde Lenkerformen angebracht werden.

Alles was ihr zur Montage benötigt, ist ein Innensechskant (Inbusschlüssel) Größe 5. Die Aerobars werden unabhängig voneinander angebracht und das sind die Arbeitsschritte:

Bild 1:

  • Klemmungen aufschrauben
  • Aufsatz senkrecht anlegen und Schrauben andrehen (nicht zu fest!)
  • Darauf achten, dass sich keine Kabel in der Klemmung befinden

Bild 2:

  • Lenker in die gewünschte Position bringen

Bild 1

Bild 3:

  • Schrauben festziehen (6 Nm)
  • abwechselnd mit gleicher Kraft die Schrauben festziehen

Bild 4:

  • Länge der Extentions einstellen
  • Position der Armlehnen bestimmten

Bild 2

Bild 3

Bild 4


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MaterialRadfahren

2 Kommentare

Stephan Schepe - triathlon.de Bike Fitting

Stephan Schepe - triathlon.de Bike Fitting

Lieber Volker,
ich gebe Dir Recht, dass eine Anpassung der Sattelposition in den meisten Fällen wirklich sinnvoll ist, jedoch keine pauschale Aussage über diese Einstellung getroffen werden kann. Das hängt zumeist immer von der Ausgangskonfiguration des Rennrads und der entsprechenden Fahrerposition ab. Nach meiner Erfahrung aus vielen Bike Fittings geht es vielen Sportlern auch um eine gute Kompromisslösung, die beides berücksichtigt – Rennrad -und Aeroposition. Für eine optimierte, individuelle Lösung empfehle ich daher wirklich ein Bike Fitting.
Sportliche Grüße
Stephan Schepe – triathlon.de

Volker Kilzer

Volker Kilzer

Hej,
Vielen Dank für die gute Beschreibung. Ich vermisse allerdings einen Hinweis, dass man – wenn man mit aerobars fährt – auch den Sattel bzw. die Sattelneigung verstellen muss / sollte.

Mit sportlichen Grüßen
Volker Kilzer

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