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Schwimmzubehör für ein effektives Training  

Autor: Anton Baumann

Für viele Triathleten ist das Schwimmtraining ein notwendiges Übel. Die erste Disziplin ist technisch sehr anspruchvoll, fehlende Wasserlage und Schwimmtechnik können nur schlecht durch Ausdauer kompensiert werden. Durch den gezielten Einsatz von schwimm-spezifischen Trainingsmitteln kann die komplexe Technik vereinfacht und effektiver erlernt werden. Wir zeigen euch, welches Schwimmzubehör unbedingt an den Beckenrand gehört.

Paddles, Flossen, Schwimmbrett, Pull-Buoy und Pull-Kick Board kennen die meisten, doch wie setzt man die Schwimmhilfen am besten ein? Zweck dieser Hilfsmittel ist vor allem die Fokussierung und Reduzierung der komplexen Gesamttechnik auf einzelne Teilbewegungen. Sie unterstützen dabei den Körper in bestimmten Bereichen (Wasserlage, Vortrieb), so dass der Schwerpunkt der Übung auf einer Einzelbewegung gelegt und isoliert geübt werden kann. Doch Achtung: 1. nur die richtige Anwendung des Schwimmzubehörs liefert auch die gewünschten Ergebnisse (Technikregel: Sauberkeit vor Schnelligkeit) . 2. Verlasse Dich nicht ausschließlich auf PullBuoy, Paddles & Co und füge die Einzelbewegungen immer wieder zur Gesamtlage zusammen.

Paddles

Paddles können im Einsteigerbereich moderat zum Erlernen und Verbesserung des Armzugs eingesetzt werden. Fortgeschrittene Schwimmer nutzen sie vor allem, um die Kraftausdauer zu trainieren. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine technisch gute Ausführung vorhanden sein. Paddles vergrößern die in erster Linie die Abdruckfläche, wodurch mehr Wasser "weggedrückt" werden kann. Mehr Druck auf das Wasser bedeutet mehr Vortrieb, erfordert jedoch auch ein größeres Kraftpotenzial. Hier liegt der Kern: als Technikübung soll genau dieser Druck auf das Wasser vermittelt werden: wie muss ich den Arm führen bzw. die Hand halten um so viel Wasser wie möglich zu verdrängen? Daher nur kurze Serien mit Paddles für Einsteiger, da die Sauberkeit der Ausführung und das Kraftpotenzial sukzessive entwickelt werden müssen (Gefahr: Überlastung der Schulter). Fortgeschrittene Schwimmer nutzen eben diesen erhöhten Widerstand durch die Paddles für ihr Kraftausdauertraining. Hierbei sollten jedoch zu lange Serien vermieden werden: durch Paddles sinkt die Zahl der Armzüge aufgrund des größeren Vortriebs. Lange Serien können daher die Motorik negativ beeinflussen.  

Trainingsbeispiele

Anfänger: Technik üben 4 x 50 Meter Kraul, anschließend ohne Paddles den gleichen Druck mit der Handfläche aufbauen

Fortgeschrittene: Kraftausdauertraining 5 bis 10 x 50 Meter; 8 x 100 Meter; 4 x 200 Meter Kraul mit Paddles (auf sauberen Armzug achten), langsam steigern und auf Pausen achten.


Schwimmbrett

Das Schwimmbrett hilft, um den Beinschlag fürs Kraul- und Brustschwimmen isoliert zu üben. Die Arme werden auf das Brett gelegt und dadurch kann man sich vollständig auf die Beinarbeit konzentrieren. Das Brett kann auch für die Verbesserung des Armzugs verwendet werden, indem man einen Arm auf das Brett legt und mit dem anderen die Zugbewegung ausführt. Es gibt auch unterschiedlich Brettformen, das sind jedoch persönliche Präferenzen, es sollte lediglich die Auftriebsstärke des Bretts an das Körpergewicht angepasst werden.

Trainingsbeispiel
4 bis 10 x 50 Meter Kraul-Beinschlag mit Brett, die Intensität kann variiert werden.


Pull-Buoy

Mit dem Pull-Buoy kann man wunderbar den Armzug trainieren und verbessern. Dazu klemmt man den Auftriebskörper zwischen die Oberschenkel und hat dadurch, auch ohne Beinschlag, eine gute Wasserlage. Der Pull-Buoy ist deshalb auch für Anfänger so wichtig, da der richtige Armzug und die Atmung ohne eine gute Wasserlage kaum zu erlernen sind. Fortgeschrittene Schwimmer nutzen den Pull-Buoy ebenfalls als Armkrafttraining. Achtung: Ähnlich wie bei den Paddles ist die zu lange Nutzung des Pull-Buoys schlecht, weil sich der Körper an den künstlichen Auftrieb gewöhnt und sich die Wasserlage ohne Hilfe verschlechtern kann. Außerdem sollte der Pull-Buoy nicht zwischen die Unterschenkel geklemmt werden, da die Wirbelsäule sonst überstreckt wird. Also auch hier die Trainingseinheiten mit dem Pull-Buoy kurz, aber konzentriert durchführen.

Trainingsbeispiel
6 bis 10 x 50 Meter mit Pullbuoy (25m Technik (Abschlag, Reißverschluss, …), 25m Kraul-Gesamtbewegung)

Flossen

Auch wenn der Beinschlag nur 25% der Vortriebsgeschwindigkeit ausmacht, ist er wichtig, da ein falsche Technik sehr viel Energie kosten kann. Mit Flossen kann man technischen Schwächen im Beinschlag sehr gut ausbesseren. Durch den Widerstand der Flossen müssen die Knöchel automatisch mehr eingesetzt werden. Diese Knöchbeweglichkeit ist es, was vielen Anfängern fehlt, aber für einen guten Beinschlag unbedingt notwendig ist. Es sollten jedoch keine zu langen Flossen verwendet werden, da sonst die Beinschlagfrequenz nicht der Frequenz ohne Flossen entspricht. Flossen sind auch für Anfänger, zum Armzugtraining geeignet, da sie den nötigen Vortrieb liefern. Empfehlenswert sind kurze Flossen und auch Rückenschwimmeinheiten, da beim Rückenschwimmen mehr Beinmuskulatur beansprucht wird.

Trainingsbeispiel

8 x (25 Meter Technikübungen mit Flossen + 25 Meter lockeres Kraulschwimmen) (Beinschlag in Seitenlage, Abschlag, Reißverschluss, Einarmig, …)

Pull-Kick Board

Das Pull-Kick Board ist eine Kombination aus Pull-Buoy und Kickboard und erfüllt auch die gleichen Aufgaben. Es hat meistens weniger Auftrieb als Board und Pull-Buoy separat, macht es deshalb eher für Schwimmer mit einer guten Wasserlage attraktiv.

Trainingsbeispiel

4 x 50 Meter Kraul-Beinschlag mit Pull-Kick als Schwimmbrett
6 x 50 Meter mit Pull-Kick zwischen den Oberschenkeln (25m Technik (Abschlag, Reißverschluss, …), 25m Kraul-Gesamtbewegung)

Fazit:

Schwimmzubehör wird sowohl im Einsteigerbereich für gezieltes Techniktraining, aber auch bei fortgeschrittenen Schwimmern zum weiterführenden Technik- Kraft- und Ausdauertraining eingesetzt. Füge daher immer wieder gezielte Übungen mit verschiedenen Gegenständen in Deine Training ein, um deine schwimmspezifischen Fähigkeiten weiter auszubauen und langfristig effektiver zu schwimmen.