Wettkampf: Der Wasserschatten – Jede Sekunde zählt

Vom Windschatten zum Wasserschatten – was an Land auf der Radstrecke im Wettkampf zumeist verboten ist, kann euch im Wasser einige Vorteile bringen. Denn auch vom Wasser-Sog des Vordermannes kann man profitieren. triathlon.de analysiert für euch in diesem Artikel die Vorteile des Wasserschattenschwimmens.

Die Physik: Wie zu Lande, so auch im Wasser

Die Vorteile die man aus einem Wasserschatten ziehen kann, sind denen des Windschattenfahrens sehr ähnlich. Allerdings steckt ein etwas anderes physikalisches Prinzip dahinter. Wir wollen zunächst kurz erklären, warum der Wasserschatten schneller machen kann.

Grundlage zur Erschließung ist das Medium Wasser, in dem wir uns beim Schwimmen fortbewegen. Ein Schwimmer vor dir teilt die vor ihm befindliche Wasserwand, wodurch sich dein Widerstand von vorne reduziert. Des Weiteren fließt das Wasser hinter dem Schwimmer wieder zusammen und erzeugt eine Art Sogeffekt durch das sich bereits in Bewegung befindende Wasser. Kurzum sind wir also schneller dank eines verringerten Wasserwiderstandes von vorn und durch die Eigenbewegung der Wasserteilchen. Genug Theorie, nun zur interessanten und nützlichen Praxis.

Die Vorteile: Schneller oder entspannter

Der Wasserschatten spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Wenn man den „Windschatten“ beim Schwimmen zu seinen Gunsten nutzt, kann man Energie sparen. Studien weisen im Wasser, abhängig von Nähe und Winkel zum Vordermann, Einsparungen des Wasserwiderstandes von drei bis 20 Prozent aus. Dies kann man bei gleichem Schwimmtempo in eine Kraftersparnis umsetzen, um so etwas ausgeruhter auf die Radstrecke gehen zu können.

Ebenso kann man die Energieeinsparung direkt in eine schnellere Schwimmzeit ummünzen, indem man konsequent hinter einem vermeintlich schnelleren Schwimmer „hinterher gleitet“. Der minimale Wert von cirka drei Prozent Geschwindigkeitszunahme bedeutet bei einer Langdistanzschwimmzeit von einer Stunde, immerhin knappe zwei Minuten Zeitersparnis.

Dranbleiben!

Die günstigste Position im Sinne der Einsparung des Wasserwiderstandes, liegt dabei cirka 50 Zentimeter genau hinter dem Vordermann. Andere Überlegungen betreffen die motivationale Ebene. Schneller aus dem Wasser, schneller auf dein Rad und schneller im Ziel bedeuten zumeist auch einige Plätze weiter vorn auf der Ergebnisliste.

Aber aufgepasst, wer über seinen Möglichkeiten schwimmt, kehrt die Vorteile schnell in einen Nachteil um und kommt im unangenehmsten Fall völlig erschöpft aus dem Wasser. Ein weiteres Risiko stellen die Füße des Vordermannes für Kinn, Gesicht und den richtigen Sitz der Schwimmbrille dar. Man sollte also nicht zu dicht aufschwimmen.

Theorie und Praxis

Genauso ist es bei falscher Positionierung möglich, gegen die „Bugwelle“ des Vorausschwimmenden ankämpfen zu müssen. Dies verringert den Vorteil und kann auch dazu führen, dass man mehr Wasser schluckt als üblich. Wer hingegen an den Füssen des Vordermannes schwimmt, spart Kraft oder Zeit und kann sich bei einem routinierten Vorausschwimmer sehr einfach orientieren.

Die beiden gängigsten Positionen sind entweder direkt hinter dem Vordermann oder an seiner Seite, wobei euer Kopf zwischen Schulter- und Hüfthöhe der „Zugmaschine“ liegen sollte. Allerdings bedarf es einiger Übung um die optimale Position zu finden und wird im Wettkampfgedränge sicher nicht einfacher als in der Theorie oder im Training. Deshalb lohnt es sich das Wasserschattenschwimmen in das Training zu integrieren und die verschiedenen Positionen einmal zu erfahren.

Moderate, regelmäßige körperliche Aktivität scheint im Vergleich zu einem inaktiven Lebensstil die Anfälligkeit für Infektionen der oberen Atemwege zu mindern. Hingegen sind Sportler während einer intensiven Trainingsphase oder harten Belastungseinheiten, dazu zählen insbesondere auch körperliche Überlastungen bzw. Übertraining, einem erhöhten Risiko ausgesetzt.

Mögliche Gründe für ein erhöhtes Infektionsrisiko bei harten Trainingseinheiten

Forschungsergebnisse zeigen, dass der körperliche Aktivitätsgrad unsere Immunfunktion unterschiedlich beeinflusst und verändert und dies wahrscheinlich einen Einfluss auf die Infekt-Anfälligkeit der oberen Atemwege hat. Es gibt verschiedene Gründe und wissenschaftliche Ansätze für eine herabgesetzte Immunabwehr in Zusammenhang mit einer intensiven Belastungseinheit. Ein „Mechanismus“ ist die negative Energiebilanz oder niedrige Kohlenhydratverfügbarkeit (z.B. entleerte Glykogenspeicher), die für unseren Körper „Stress“ bedeuten, vor allem während intensiver Belastungen oder Wettkämpfen über mehrere Stunden.

Lange harte Radeinheiten können daher die Funktion des Immunsystems, wie in folgender vereinfachter Grafik dargestellt, schwächen:

Vielen ist auch die sogenannte „Open Window“-Theorie bekannt: Wissenschaftler vermuten, dass der Körper aufgrund veränderter Immunparameter nach einer erschöpfenden Belastung, anfälliger auf Mikroorganismen (speziell Viren) reagiert und daher einer erhöhten Infekt-Anfälligkeit ausgesetzt ist (Pedersen &Ullum, 1994). Dieses potenzielle „Open Window“ der veränderten Immunitätslage bzw. das Zeitfenster des erhöhten Risikos für Infekte, kann zwischen drei bis 24 Stunden (in extremen Situationen sogar bis zu 72 Stunden) betragen.

Praktische Tipps für Triathleten zur Minimierung des Infektions-Risikos:

  • Ausgewogene, abwechslungsreiche und bedarfsgerechte Ernährung versorgt den Körper mit ausreichend Energie und Protein, wichtigen Mikronährstoffen (Vitamine und Mineralstoffe) und sekundären Pflanzenstoffen (Substanzen, die pflanzlichen Lebensmitteln Farbe, Duft und Aroma verleihen)
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr während der Belastung, sowie in der Regenerationsphase um mögliche, negative Auswirkungen einer Dehydratation (Flüssigkeitsmangel) auf die Immunfunktion zu minimieren
  • Kohlenhydrate vor, während und nach einer harten, langen Belastung verzehren: Ein Blutzuckerabfall wird dadurch verhindert, der Anstieg bestimmter Stresshormone (z.B. Cortisol, Adrenalin) und Zytokine im Blutplasma reduziert. Dadurch wird die belastungsbedingte „Schwächung“ der Immunabwehr limitiert
  • Ausreichend Schlaf (mind. 7 Stunden pro Nacht)
  • Übertraining vermeiden
  • Niemals persönliche Trinkflaschen, Handtücher etc. mit anderen Sportlern gemeinsam nutzen
  • Richtige Outdoorbekleidung wählen
  • Persönlicher „Life-Stress“ wie psychische Belastungen reduzieren
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