Problemstellen beim Radfahren: das Knie

Autor: Anton Baumann

Das Kniegelenk ist beim Radfahren das am meisten beanspruchteste Gelenk. Es überträgt die Kraft aus dem Oberschenkel direkt auf das Pedal und unterliegt dadurch einer großen, andauernden Belastung. Eine kurze Einordnung: bei einer Trittfrequenz von 90 Umdrehungen pro Minute (U/min) ergeben sich 5.400 Trittbewegungen pro Stunde. Auf eine dreistündige Ausfahrt hochgerechnet sind das mehr als 15.000 Belastungszyklen, die von den Knien kompensiert werden müssen. Kein Wunder also, dass eine dauerhaft falsche Beanspruchung des Gelenks zu Problemen führen kann.

 

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Weineck, Sportanatomie (14. Auflage), S.149

Wie gut das Knie bei jeder Umdrehung belastet wird, ergibt sich aus der in erster Linie durch die Qualität der Sitzposition: Sitzhöhe und horizontale Ausrichtung über der Pedalachse sind hierbei die wichtigsten Parameter. Die häufigste Ursache bei Kniebeschwerden konnten unsere Bike Fitting Spezialisten einer Sitzposition zuordnen, die zu tief und/oder zu weit hinten angesiedelt ist. Vor allem in der Druckphase werden die Knie hierbei unfunktionell beansprucht, einzelne Elemente des komplexen Gelenks (Knorpel, Bänder, Sehnenansätze) nicht sachgemäß belastet oder überlastet. Weitere Faktoren können das Problem zusätzlich verstärken:

    • zu dicke Gänge (größere muskuläre Druckbelastung bei jeder Pedalumdrehung)
    • starke muskuläre Spannung / Verkürzung im Oberschenkelstrecker kann zu einer Reizung des Patellasehnenansatzes führen
    • Überlastungserscheinungen durch erhöhte Trainingsumfänge oder Trittleistung (ggf. auch in Verbindung mit Belastungserscheinungen durch das Laufen)
    • instabile Beinachse durch falsche Einstellung der Cleats

Weineck, Sportanatomie (14. Auflage), S. 149


Bei unseren Bike Fittings bestimmen unsere Experten deine exakte Sitzposition. Sie ist individuell und millimetergenau auf dich angepasst um die bestmögliche Kraftübertragung und funktionelle Belastung für die Gelenke zu erreichen.