Problemstellen beim Radfahren: der Rücken

Autor: Anton Baumann

Heutzutage sind Rückenschmerzen ein häufiges Übel, da viele Menschen, sowohl Kinder und Jugendliche in der Schule, als auch Erwachsene im Büro, sehr viel Zeit im Sitzen verbringen. Das ist in erster Linie kein Problem, sollte permanent auf die richtige Sitzhaltung geachtet werden, jedoch ist das häufig nicht der Fall. Deshalb ist es unglaublich wichtig im Sport auf einer richtige Haltung der Wirbesäule zu achten, da der Belastungsumfang/Intensität sehr viel größer ist. Und deshalb stellen wir euch heute die Ursachen für Rückenschmerzen während und nach dem Radfahren vor.

Anatomie der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule wird in vier Abschnitte auf geteilt, nämlich in Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule und am unteren Ende der Wirbelsäule befinden sich die verwachsenen Kreuz- und Steißbeinwirbel (Abb. 2). Insgesamt ergibt das 24 Wirbelkörper und diese bilden einen Kanal, indem das Rückenmark und die Nervenwurzeln des Rückenmarks liegen. Die Bandscheiben liegen zwischen den einzelnen Wirbelkörpern und gewährleisten die Beweglichkeit und Stoßdämpfung der Wirbelsäule. Die Beweglichkeit von Hals- bis Lendenwirbel nimmt ab, jedoch nimmt die Wirbelkörpergröße zu, da eine höhere Gewichtsbelastung auf den unteren Wirbeln liegt. Stabilisiert wird die Wirbelsäule von einem vorderen und hinteren Längsband. Die Wirbelsäule hat zum einen die Schutzfunktion des Rückenmarks und Nervenbahnen, zum anderen die Stütz- und Abdämpfungsfunktion des Körpers und Kräfte die auf ihn einwirken.

Doch woher kommen nun die Rückenschmerzen während dem Radfahren?

Im Bereich der HWS (Halswirbelsäule) kommt es zur sogenannten Hyperlordosierung (Hohlkreuzbildung) und dadurch entstehen Verspannung der Muskulatur im Nackenbereich. (Darauf werden wir spezifisch in unserem nächsten Beitrag eingehen). Das Gegenteil passiert bei der LWS (Lendenwirbelsäule), durch eine falsche Haltung wird die physiologische Krümmung der Wirbelsäule (Entlordosierung) aufgehoben und Muskel und Bänder werden überdehnt. Für diese Fehlbelastung gibt es vor allem drei Hauptursachen: 1. die Sitzhaltung ist zu gestreckt und/oder weist zu viel Überhöhung auf. Abbildung 3 zeigt deutlich eine zu große Sitzlänge, die zu einer starken Oberkörperstreckung führt, wodurch Muskeln und Bänder vor allem im unteren Rücken extrem gedehnt werden. 2. die Rumpfmuskulatur des Radfahrers ist zu schwach. Oder 3. die Druckbelastungen im Dammbereich (falscher Sattel) sind zu groß, sodass das Becken nach hinten abkippt und dadurch die Muskeln und Bänder im LWS-Bereich stark angespannt sind. Da man beim Radfahren über einen längeren Zeitraum in der Position ist werden die Muskeln gereizt und es entstehen Schmerzen. Zur Verbesserung der Körperhaltung im Sport, aber auch im Alltag wird empfohlen die Rumpfmuskulatur zu trainieren. Wenn aber Muskulatur vorhanden ist und nur Schmerzen beim Radfahren vorkommen dann kann das an der Sitzposition oder am Sattel liegen.

Abb. 1: Problemstelle Rücken


Abb. 2: Wirbelsäule des Menschen; HWS (rot), BWS (blau), LWS (gelb) und Kreuz- u. Steißbeinwirbel (grün)


Abb. 3: zu gestreckte Sitzposition

Fazit: Eine gut trainierte Rumpfmuskulatur stabilisiert die Wirbelsäule und verbessert die Qualität der Fahrposition erheblich. Wichtig dabei ist jedoch die richtige Einstellung der Sattel- und Lenkerposition, um eine zu große Überstreckung als Hauptursache für Rückenprobleme zu vermeiden.


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